Aug
31
2010

Sci-Fi Filme der 50er Jahre – Themen

Die 1950er Jahre waren für das Sci-Fi Genre eine Zeit der Blüte und Weiterentwicklung. Meiner Meinung nach sind in diesem Zeitraum einige der kultigsten Sci-Fi Filme jemals produziert worden. Allerdings muss man zur Verteidigung der nachfolgenden Jahrzehnte sagen, dass in den Sechzigern das Top-Sci-Fi-Movie schlechthin, “2001: A Space Odyssey”, enstanden ist. Natürlich ist es Geschmackssache, aber mir gefallen Filme wie “The Day the Earth Stood Still” (1951), “The Thing from nAnother World” (1951), “This Island Earth” (1955), “Forbidden Planet” (1956) oder “Invasion of the Body Snatchers” (1956). Solche Filme haben einen hohen Charme-Faktor gerade weil ihre Special Effects heutzutage eher unbeholfen und amateurhaft wirken. Im Vergleich zu den perfekten CGI-Bilderfluten dieser Tage, wirken die Stop-Motion Techniken wie von Kinderhand erschaffen. Doch dies ist, wie ich finde, auch ein Vorteil der alten Sci-Fi Filme, denn so kann sich der Zuschauer auf die Story und die Charaktere, den Inhalt eben, konzentrieren, ohne von der Form abgelenkt zu werden. Ein weiterer Grund, warum ich diese Dekade sehr schätze ist außerdem die Weiterentwicklung des mit dem Sci-Fi Film eng verwandten “Monster Movie”. Dazu gehören so großartige Werke wie “Them!” (1954), “Tarantula” (1956) oder “The Blob” (1958).

Das Themespektrum von Monster-Filmen ist weitaus vielschichtiger, als man auf den ersten Blick vermutet. So werden in diesen Filmen meist soziale Konflikte verarbeitet, in denen es primär um den Aspekt der Entfremdungsangst geht. Zum einen geht es um die Spannungen zwischen Mann und Frau, unter anderem hervorgerufen durch die Emanzipation. Hierzu passt ein Zitat von Georg Seeßlen aus dem Kapiel über B-Movie Monster aus dem Buch “Science Fiction – Geschichte und Mythologie des Science-Fiction-Films”:

„Man könnte fast davon sprechen, dass in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre die Gefahr von den anonymen außerirdischen ‚kommunistischen’ Invasoren übertragen wird auf die Gefahr, die von den Frauen und ihren unerfüllten Wünschen ausgeht.“

Die Frau ist also zu einer Bedrohung geworden, die die Vormachtstellung des Mannes in Frage stellt. Eine klassische Rollenverteilung sieht den Mann als Familienoberhaupt, der sowohl im Haus also auch im Berufsleben den Ton angibt. Doch die aufkommende Emanzipation rückt die Rolle der Frau stärker in den Mittelpunkt und macht sie zu einem gleichberechtigten, wenn nicht in mancher Hinsicht oft sogar überlegenen Partner. Die Monster Filme greifen dieses Thema, immer wieder

Attack of the 50ft woman Filmposter, Bild: wikipedia.org

Attack of the 50ft woman Filmposter, Bild: wikipedia.org

auf und treiben es auf die Spitze wie zum Beispiel in „Attack of the 50ft Woman“ (1957) oder in „The Incredible Shrinking Man“. Gerade “Attack of the 50ft Woman” kann als filmische Metapher für das sich verändernde Geschlecht

erverhältnis in den 50er Jahren verstanden werden. Hier wird die Titelheldin nach einer Begegnung mit Außerirdischen zur Riesin. In dieser Gestalt nimmt sie schließlich Rache an ihrem untreuen Ehemann.

Das Themenspektrum der SF Monster Filme, mit ihren anschaulich dargestellten Geschlechterkonflikten ist somit als Reflexion des Zeitgeistes der fünfziger Jahre in den USA zu sehen. Seeßlen formuliert dies abschließend passenderweise als einen „erbarmungslosen Kulturkampf um die Rollen- und Machtverteilung in der amerikanischen Familie“, der auf der Leinwand ausgetragen wurde.

VN:F [1.9.22_1171]
Bitte bewerte diesen Beitrag kurz:
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Mehr Artikel zum Thema

Wer schreibt hier: Natascha

Bloggerin (#WordPress), Filmfanatic, Netzjunkie, #SEO, #WebAnalytics, Frischluftfan, Tierfreundin & bereit zum Ponyklau Mein Google Plus Profil+

Schreib doch was

Archiv