20
2011
Creature from the Black Lagoon
Wer ab und an mal in meinem Blog vorbeischaut, der weiß, dass ich ein Fan von alten 50er Jahre Sci-Fi-Filmen, insbesondere von Monster-B-Movies bin. Einer meiner Lieblingsfilme dieses abgefahrenen Genres ist “Creature from the Black Lagoon” von Regisseur Jack Arnold aus dem Jahr ’54 (der Typ der auch Tarantula gedreht hat). Diese Filme verraten immer eine ganze Menge über die gesellschaftlichen Hintergründe ihrer Zeit, was das “Lesen” recht spannend macht.Hier ein paar Gedanken dazu.
Geht es um das Thema Sexualität und die Rollenverteilung der Geschlechter bietet sich „Creature from the Black Lagoon“ ganz gut an. Ein Expeditionsteam trifft hier in einer Lagune im Amazonas auf einen Reptilmann.(Screenshot 1) Das prähistorrische Wesen fühlt sich durch die Eindringlinge in seinem Lebensraum bedroht und tötet einige Männer. In einer Schlüsselszene geht die Heldin des Films (gespielt von Julie Adams) in der Lagune baden. Nicht ahnend, dass der Reptilienmann sich unter ihr befindet, schwimmt sie immer weiter raus.
Das Monster beginnt dann unmittelbar unter ihr zu tauchen und eine Art “Paarungstanz” zu vollziehen. Fasziniert von ihren perfekten Bewegungen und ihrer Schönheit beginnt er schließlich nach ihr zu greifen (Screenshot 2). Eine Handlung die auch gleichzeitig den Höhepunkt dieser Szene darstellt.
Diese gesamte Bade-Szene ist voll von erotischen Anspielungen. Dies beginnt schon mit der Inszenierung der Heldin, als „Badenixe“ im körperbetonten Badeanzug, die unbewusst den Reptilienmann mit ihrer erotischen Schwimmchoreographie erregt. Darauf aufbauend lässt sich diese Szene als symbolische Darstellung der unterdrückten sexuellen Wünsche der Frau interpretieren. Hierbei agiert der Reptilienmann gewissermaßen als „Erfüller“ dieser Sehnsüchte, denn er lässt sich nur von seinen Trieben leiten. Er ist eine ungezähmte Naturgewalt, der noch die unbeschnittenen Urinstinkte in sich trägt. Ein Symbol für die „ursprüngliche“ männliche Potenz. Deswegen stellt das Reptilienwesen auch eine Bedrohung der Männlichkeit der übrigen Expeditionsmitglieder dar. Eine Bedrohung die sofort mit allen Mitteln ausgeschaltet werden muss. So bleibt dem Reptilienmann am Ende nur der Tod.
Tja, mal abgesehen von den diversen Interpretationsmöglichkeiten ist der Film einfach gut anzuschauen. Man darf solche alten Schinken natürlich nicht mit heutigen HD-Hochglanz-Surround-Movies in Vergleich setzen…dann ist man am Ende doch sehr enttäuscht.
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